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Interview mit Carsten Ramm, Intendant der Badischen Landesb?hne Bruchsal Drucken E-Mail

Carsten Ramm, 1958 in Hannover geboren, studierte Theaterwissenschaften und Publizistik in Berlin. Anschließend war er  an verschiedenen Theatern als Dramaturg und/oder Regisseur tätig, z.B. am Rheinischen Landestheater Neuss und den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. An beiden Häusern arbeitete er auch mehrere Jahre als Oberspielleiter. Seit 1998 ist Carsten Ramm Intendant der Badischen Landesbühne und inszeniert selbst ca. vier Stücke pro Spielzeit.

raumK: Wie zufrieden waren Sie mit der diesjährigen Spielzeit? Wofür haben sich die Zuschauer besonders interessiert, welches Stück war am erfolgreichsten.

Ramm: Die Spielzeit 2010/11 war bislang sehr zufriedenstellend. Besonders hervor tritt natürlich Dürrenmatts ?Der Besuch der alten Dame? in einer Inszenierung von Evelyn Nagel, das mit bis heute 48 Vorstellungen und 22 000 Zuschauern das erfolgreichsten Stück in der Geschichte der Badischen Landesbühne ist. Deshalb werden wir es auch in der kommenden Spielzeit wiederaufnehmen. Aber auch ?Die Dreigroschenoper? in Zusammenarbeit mit einer hiesigen Obdachloseneinrichtung, Alan Ayckbourns ?Doppeltüren?, Moli?res ?Tartuffe? oder auch unser Weihnachtsstück ?Der Wunschpunsch? haben durchweg positive Resonanz erzielt. Mit unserer Uraufführung von ?Otto der Grossaktionär? nach dem Roman von Gisela Elsner waren wir zuletzt noch auf den Landesbühnentagen in Detmold und haben einige sehr gute Kritiken bekommen. Das Stück wird übrigens, wie auch zwei Stücke unseres Kinder- und Jugendspielplans, im Juli auf den Theatertagen in Karlsruhe zu sehen sein. 

raumK: Sie bieten den Zuschauern immer eine gelungene Abwechslung aus klassischen und zeitgenössischen Stücken. Worauf dürfen wir uns in der kommenden Spielzeit freuen?

Ramm: Wir wollen nächste Spielzeit über das Leben und das Überleben nachdenken. Im Kleist-Jahr 2011 werden wir deshalb den Spielplan mit einer Adaptation von Kleists Novelle ?Michael Kohlhaas? sowie dem Lustspiel ?Der Zerbrochne Krug? eröffnen. Weiter geht es dann gleich mit einer eigenen Fassung von Herta Müllers Roman Herztier. Auf Neil Simons ?Sonny Boys? und dem Liederabend ?I will survive!? folgt mit ?Der Kirschgarten? nach langer Zeit wieder ein Stück von Anton Tschechow. Mit Sibylle Bergs Satire auf die Arbeitswelt ?Hauptsache Arbeit!? steht eine der erfolgreichsten Gegenwartsdramatikerinnen in der deutschsprachigen Theaterszene auf dem Spielplan. Mit der Adaptation von Janne Tellers Flüchtlingsroman Krieg. ?Stell Dir vor, er wäre hier?, der Inszenierung des Gewinnerstückes des 3. dm-Autorenwettbewerb, sowie ?Fliegen will ich?, einem Stück über das kurze Leben der niederländischen Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek, haben wir zudem drei Uraufführungen im Kinder- und Jugendtheater. Weiterhin zeigen wir dort Theo Fransz? ?Schwestern?, Juli Zehs ?Good Morning, Boys and Girls? - etwas schwierigere Themen kind- bzw. jugendgerecht aufgearbeitet. Mit dem Weihnachtsstück ?Die Schneekönigin? von H.C. Andersen und Astrid Lindgrens ?Pipi Langstrumpf ?im Freilicht bietet die Badische Landesbühne natürlich auch wieder fantasievolle Stücke für die ganze Familie an. A propos Freilicht: mit Shakespeares ?Ein Sommernachtstraum? kann sich das Publikum im Sommer im Schlossgarten verzaubern lassen. Aber auch unsere erfolgreichen Formate ?Caf? Europa? und ?Blind Date? werden nächste Spielzeit fortgesetzt.

raumK: Der diesjährige Theatersommer widmet sich aus gegebenem Anlass auch dem Thema ?Automobilsommer in Baden-Württemberg?. Wie haben Sie sich darauf eingestellt?

Ramm: An zwei Sonntagen, dem 17. und 24. Juli, präsentieren wir eine Matinee zum Thema Automobil im Schlosspark. Dort werden wir einen zwar augenzwinkernden, aber durchaus kritischen Blick auf das Auto tun, der mit Songs zum Thema untermalt sein wird, und auch die Anschauungsobjekte selbst dürfen natürlich nicht fehlen. 

raumK: In diesem Jahr wird ?Wilhelm Tell? zu sehen sein, vor historischer Kulisse natürlich ein besonderer Anblick. Interessiert sich das Publikum mehr für die Klassiker oder die modernen Stücke?

Ramm: Der ?Theatersommer? ist in Bruchsal immer ein ganz besonderes Ereignis. Im Freilicht mit Blick auf das barocke Schloss bekommt der Theaterabend ein ganz eigenes Ambiente. Man kann aber nicht sagen, dass unser Publikum die klassischen Stücke generell bevorzugt. Wir haben ein sehr offenes Publikum, das viele Experimente mit uns mitmacht und sich für Stücke wie ?Wilhelm Tell? oder ?Tartuffe? ebenso interessiert wie für Stücke wie den eben genannten ?Otto?, Simon Stephens formal innovatives ?Pornographie? oder ?Herztier?, eine Adaption eines Romans der Nobelpreisträgerin Herta Müller. Außerdem inszenieren wir auch unsere Klassiker ja nicht auf konventionelle Art und Weise, sondern suchen immer moderne Zugänge und Bezüge, ohne dem Stück damit Gewalt anzutun. Und genau das schätzt unser Publikum. (bb/tm)

BN: BLB

Nr. 105/2011

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