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Interview mit Katrin D?ringer und Helmut Zorn Drucken E-Mail

Ehrenamtliche Leiter und Leiterin des Karlsruher Tonkünstlerverbandes

Der Deutsche Tonkünstlerverband ist der älteste Dachverband für alle, die Musik zu ihrem Beruf gemacht haben. Gegründet wurde er im Jahr 1847 und ist mit seinen 7.500 Mitgliedern und 16 Landesverbänden der größte Berufsverband für Musikberufe, wie freischaffende Musiker, Komponisten oder Musikpädagogen. Katrin Düringer und Helmut Zorn sind Leiter und Leiterin des Regionalverbandes der Tonkünstler in Karlsruhe. Aktuell hat der Tonkünstlerverband der Region Karlsruhe ca. 300 Mitglieder und seit dem Jahr 2004 einen Saal in der ehemaligen Seldeneck?schen Brauerei. Der Karlsruher Tonkünstlerverband gehört zum Kulturzentrum Tempel und veranstaltet in diesem Saal viele Konzerte für die Mitglieder und die Musikschüler, sowie Musikunterricht und Seminare.

Helmut Zorn schloss sein Studium an der Musikhochschule Karlsruhe in den Fächern Klavier und Cembalo mit einem Diplom-Musiklehrer ab und studierte an der Universität Heidelberg Japanologie sowie Musikwissenschaft. Im Jahr 1988 begann Helmut Zorn mit dem Aufbau einer privaten Klavierklasse und bietet Unterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Katrin Düringer wuchs in Freiburg auf und studierte Klavier an der Ecole Normale de Musique in Paris, an der Musikhochschule in Karlsruhe und ein Jahr in der Meisterklasse von Bruno Canino in Italien. Mit einem Aufbaustudium für Liedgestaltung an der Musikhochschule in Freiburg, welches sie mit einem Konzertexamen abschloss, ergänzte sie ihr bisheriges Studium. Sie arbeitet als Liebegleiterin, Solistin und Kammermusikerin, Organistin, Camberlistin und Musikpädagogin. Sie ist seit dm Jahr 2008 Vorsitzende des Tonkünstlerverbandes Karlsruhe.

raumK: Frau Düringer, Sie haben neben Ihrer musikalischen Ausbildung auch regelmäßig beim Südwestrundfunk Kammermusikwerke aufgenommen. Jetzt bieten Sie neben ihrer Konzerttätigkeit Unterricht für alle Altersstufen in Ihrer Pianoschule an. Seit 2008 sind Sie ehrenamtliche Leiterin des Regionalverbandes der Tonkünstler in Karlsruhe. Was füllt Sie von Ihren vielseitigen Tätigkeiten am meisten aus oder worauf würden Sie sich gerne fokussieren?

Düringer: Dies ist keine leichte Frage. Meine vielseitigen Tätigkeiten begeistern mich sehr und mein Interesse und meine Neugier, anderen Menschen zu begegnen, mit ihnen zusammen zu arbeiten, mit ihnen zu kommunizieren sind mir ein Herzenzanliegen. Ich bin immer der Ansicht, dass ich aus diesen Begegnungen so viel lernen kann und die wunderbare Zusammenarbeit mit Helmut Zorn im Tonkünstlerverband ist für mich wirklich ein Geschenk, weil uns eine ausgesprochen herzliche Kollegialität miteinander verbindet.
Eine weitere Tätigkeit, die mich besonders erfüllt ist meine Konzerttätikeit mit meinen hervorragenden Kollegen. Ich liebe es, im Konzert mit dem Bariton Claus Temps unsere Balladen -  Programme aufzuführen, oder auch unser Bertolt Brecht Programm, welches wir vor kurzem in Rastatt zu Gehör brachten. Auch unser Klaviertrio mit Wolfgang Wahl, Violine und Alexandre Vay, Violoncello, mit welchem wir am 9. November 2011 im Bürgersaal des Rathauses Karlsruhe  auftreten mit Werken von Robert Schumann, Wolfgang Rihm und Dmitri Schostakowitsch, ja, diese großartige Musik spielen zu dürfen mit solchen wunderbaren Musikern, das macht mich glücklich.
Und dann: Die Orgel! Was für eine Entdeckung für mich! Vor sechs Jahren habe ich für zwei Jahre Orgelunterricht genommen, in Baden ? Baden beim Kantor Alain Ebert. Und diesen Sommer war ich mit Alexandre Vay eingeladen, im Festival ?Musiques d,?t?? in Epernay in der Champagne in Frankreich ein Orgel ? Violoncello Programm zu spielen. Gespielt habe ich auf der historischen Cavaille? ? Coll Orgel der Eglise Saint Pierre ? Saint Paul aus dem Jahre 1860. Dies war wirklich ein Erlebnis, auf solch einem herrlichen majestätischen Instrument zu spielen. Die Orgel ist vielseitig einsetzbar. Ich bin Mitglied der Oekumischen Philharmonie und übernehme  in diesem Orchester den Solo- als auch Continuo Part. Es ist wunderbar, in der Gemeinschaft eines Orchesters mitspielen zu können. Sie sehen, in dieser Aufzählung möchte ich nichts missen.

raumK: Frau Düringer, Ihr Studium haben sie an verschiedenen Universitäten in und außerhalb Deutschland absolviert. Haben Sie die Erfahrungen einer Hochschule auf dem Weg zu Ihrem Konzertexamen besonders in Ihrem Stil inspiriert oder in Ihrer Sichtweise zur Musik beeinflusst?

Düringer: In meiner Hochschulzeit hat mich vor allen Dingen die Studienzeit in Paris bei Andr? Gorog und der Besuch der Meisterklasse bei Bruno Canino Seveso inspiriert und geprägt. Andr? Gorog ist für mich ein großes Vorbild gewesen. Ich habe ihn glühend verehrt, er war sehr streng, er ließ nichts durchgehen, und genau dies war wichtig für mich. Er ist ein großartiger Pianist, ich studierte bei ihm die großen Werke der Klavierliteratur, vor allem Werke von F. Chopin, C. Debussy, M. Ravel und R. Schumann. Andr?  Gorog war selber Schüler der großen französichen Schule: Er war Schüler von Alfred Cortot und Marguerite Long. Andr? Gorog vermittelte diesen französischen Esprit  an uns Schüler weiter und ich bin Andr? Gorog sehr dankbar für die Möglichkeit, dass ich bei ihm lernen durfte. Ich habe noch heute Kontakt mit  Andr? Gorog.
Ein weiterer großer Meister war für mich Bruno Canino, dessen Spielwitz, Intelligenz und herrliche Klanggestaltung mich immer sehr beeindruckt haben und mir als Beispiel dienten, wie es zu bewerkstelligen ist, das der Zuhörer glaubt, viel mehr Instrumente zu hören als nur das Klavier. Ich habe bei Bruno Canino gelernt, wie man am Klavier ?orchestrieren? kann, so dass am Ende Musik erklingt, fern von irgendwelchen technischen ?Klavierproblemen?.
Das Aufbaustudium im Fach Liedgestaltung bei Ramon Walter hat mich in der Tat  in meiner Sichtweise zur Musik beeinflusst: Das Nachdenken über Musik, die Reflexion und Ästhetik, ja der Mensch als Künstler standen im Vordergrund, ein hervorragender Unterricht, eine liebevolle Begleitung und eine gewissenhafte Vorbereitung führten dann zum Abschluss des Konzertexamens.
Mir persönlich ist es wichtig, dass ich mich als Interpret zurücknehme und wirklich versuche, die Musik der jeweiligen Komponisten zu verstehen, das wieder zu geben, was der Komponist mit seinem Werk ausdrücken wollte und auch zu begreifen, dass jeder Musikstil, jede Epoche verschieden ist. Nichts ist schlimmer als Langeweile und seelenlose Perfektion. Auch das sich ?Zur Schau Stellen? ist mir zuwider. Kurz gesagt: Nicht ich bin wichtig, sondern das Werk des Komponisten. Bescheidenheit in der Musik ist wichtig, ja, eine wichtige Tugend.  

raumK: Herr Zorn, der Tonkünstlerverband ist ein Berufsverband für freischaffende Musiker und ist auf regionaler Ebene individuell organisiert. Gibt es ein bestimmtes Ziel, welches Sie als Leiter des Regionalverbandes Karlsruhe verwirklichen möchten?

Zorn: Der Tonkünstlerverband ist ein Berufsverband für freischaffende genauso wie für festangestellte Musiker. Der größte Teil der Mitglieder ist dabei hauptsächlich pädagogisch tätig. Das Konzertieren, welches von vielen darüber hinaus gepflegt wird, ist vor allem interessant, um seine künstlerischen Ambitionen weiter zu verfolgen und seine Fertigkeiten im eigenen Fachgebiet weiter auszubauen.
Ich selbst verfolge mit meiner Tätigkeit in der Leitung des Tonkünstler-Regionalverbandes Karlsruhe eine Reihe von naheliegenden Zielen. Zum einen gilt es, die vielfältige Bedeutung des Musikerberufs in der Öffentlichkeit, insbesondere in den Medien sowie gegenüber den politischen Funktionsträgern ins rechte Bewusstsein zu rücken. Zum anderen möchten Frau Düringer und ich den Kolleginnen und Kollegen bei Bedarf mit Rat und Tat zu Seite stehen. Mittels der regelmäßig angebotenen Schülervorspiele ermöglichen wir interessierten Mitgliedern und ihren Schülerinnen und Schülern, ihre Arbeit in einem größeren Rahmen zu präsentieren, als es der einzelnen Pädagogin bzw. dem einzelnen Pädagogen möglich wäre.
Bei all dem kann ich immer wieder auf meine langjährige Erfahrung als Lehrer einer großen Klavierklasse für Kinder und Jugendliche wie einer solchen für Erwachsene zurückgreifen.

raumK: Herr Zorn, der Tonkünstlerverband der Region Karlsruhe ist, wie schon erwähnt, auch immer wieder Veranstalter von beispielsweise Konzerten der Musikschüler. Im November fanden die Herbstkonzerte im Musentempel statt. Sind für die Weihnachtszeit auch Veranstaltungen des Tonkünstlerverbandes geplant?

Zorn: Die Herbstkonzerte des Tonkünstler-Regionalverbandes bilden bewusster maßen den Abschluss des musikalisch-pädagogischen Jahres. An besonderen Veranstaltungen im kommenden Jahr verdient vor allem der Beitrag des Tonkünstler-Regionalverbandes zu den Feierlichkeiten anlässlich des 60. Geburtstages des berühmten Karlsruher Komponisten Wolfgang Rihm erwähnt zu werden.
Zu Ehren des Jubilars veranstaltet unser Verband am 12. Mai 2012 ein Konzert mit Wolfgang Wahl, Violine, Alexandre Vay, Violoncello und Katrin Düringer, Klavier. Zur Aufführung kommen Werke von Wolfgang Rihm und Robert Schumann sowie, in der Uraufführung, eine vom Tonkünstler-Regionalverband in Auftrag gegebene Komposition unseres Mitglieds Ursula Euteneuer-Rohrer.

raumK: Wir danken Ihnen für das Interview. (lf/tm)

Foto: pr

Nr.108/2011

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